Hübscher Hexenhut

September 13, 2019

Hallo ihr Lieben,

letztes Jahr war ich auf einer Harry Potter convention auf der Rosenburg in Österreich. Für die Veranstaltung habe ich mir also einen Hexenhut genäht, da ich noch keinen besitze. Schockierend, nicht wahr? Es war wirklich an der Zeit einen schicken Hut zu basteln, anbei ein Tutorial wie ich meinen Hut genäht habe:

Der Hut besteht aus einem festen, weißen Baumwollstoff, schwarzen Baumwoll Satin und Hutdraht. Später wurde der Hut mit gelben Blumen und einem Seidenband verziert, sie repräsentieren meine Hufflepuff Hausfarben.


Der Schnitt war eigentlich ganz einfach und sah so aus:
Obwohl Mathematik in der Schule immer mein Hassfach war, ist es beim nähen leider doch ziemlich hilfreich. Ich bin kein Fan von der draping Methode (also auf der Schneiderpuppe mit Stoff alles zurecht stecken und dieses als Grundlage für einen Schnitt nehmen) und rechne mir lieber immer alles aus.
Also, mein Kopfumfang ist 54,5cm und mit einem Online Rechner habe ich mir den Radius ausgerechnet: 8,67. Dies wurde auf 8,7 aufgerundet und auf diese Zahl mit dem Zirkel eingestellt. Danach habe ich einen Kreis damit gezogen. Das ist nun mein innerer Kreis und wird später ausgeschnitten.
Für den äußeren Kreis habe ich 15cm zu dem Schnitt hinzugefügt. Ich hatte keine Lust einen vollen Kreis als Schnitt zu haben, da ich auch nicht so breites Papier hatte, deswegen habe ich den Schnitt durch vier geteilt und aufgezeichnet. Empfehlen kann ich das aber nicht, besser wäre die Hälfte gewesen.
Der Part vom Spitzhut ist 50cm lang und am unteren Ende sollte es den inneren Kreisumfang haben. Um dies  zu erreichen habe ich eine 50cm lang Schnur mit einer Stecknadel an der Spitze befestigt und so die Rundung gezeichnet.

Man benötigt also aus dem schwarzen Stoff:
  • eine Hutkrone
  • eine Krempe
  • eine Zierkrempe
aus dem weißen Stoff braucht man nur:
  • eine Krone
  • eine Krempe


Für das Projekt habe ich eine Nahtzugabe von 1,5cm verwendet.
Innen habe ich Hutdraht verwendet um dem Hut Stabilität zu geben, aber ein anderer, fester Draht würde meiner Meinung nach auch funktionieren.

Der Draht wurde an der Markierung von der Nahtzugabe gesteckt und dann mit kleinen überwendlichen Stichen angenäht.


Der nächste Schritt war, dass ich kleine Dreiecke aus dem Stoff geschnitten habe. Ich war leider nicht sehr vorsichtig damit und hätte nicht nur fast in die Nähte geschnitten sondern auch in den Draht, das natürlich meine Schneiderschere ruiniert hätte. Also seid vorsichtig bei dem Schritt!


Die restliche Saumzugabe habe ich dann nach innen gefalten, sodass sie den Draht überdecken, und habe diese mit einem Heftsticht angenäht. Dafür habe ich aber etwas stärkeres Garn verwendet.
Die nächsten zwei Bilder zeigen wie das nun von innen und außen aussieht.



Kommen wir nun zu einem Part, der Ewigkeiten gedauert hat, aber super aussieht.
Auf meinen Schnitt habe ich dann oben und unten alles in 6 gleichen Teilen unterteilt. Wie man sieht, ist mir das oben gut gelungen, nur unten leider nicht so ganz. Mein Tipp ist den Schnitt genau abzumessen und dann durch 6 dividieren.


Nach diesem Schritt wurden alle Teile markiert und auseinander geschnitten. Danach habe ich zwischen den Zahlen zwei gleich große Stücke eingeklebt. Das waren meine Falten.

Hier sieht man das fertige Ergebnis. Und nur vorweg, das wird einmal auf 1/4 gefaltet. Das heißt, man braucht noch einmal drei von diesem Monster.

Meine Katze fand, dass der mit Stecknadeln gespickte Stoff ein fantastischer Ort zum Schlafen wäre. Zum Glück sieht man ihre Haare überhaupt nicht.

Die Falten hier wurden außen und innen schon geheftet, die Stecknadeln halten nur noch die Mitte fest. 

Wenn man möchte, kann man noch jede Falte heften, aber das ist kein muss. Ich empfehle aber die Falten unbedingt zu bügeln, das macht wirklich ein Unterschied!

Sobald alle Falten gelegt und alle vier Teile an einender genäht worden sind kann man entscheiden ob die Falten innen oder außen sein sollen. Ich wollte die Falten außen, was ein Fehler war, da sie nicht sichtbar waren als ich den Hut trug. Deswegen empfehle ich die Falten innen zu machen.
Das weiße Krempe wird nun an die schwarze genäht.

Um die Krempe schön rund stecken zu können, näht man mit einem Heftstich in die Nahzugabe und zieht dann an. Nun wird die Nahtzugabe automatisch in die stabile weiße Unterlage gerollt und man kann es gut zusammenstecken und danach nähen. 

Hier wird nun die Krempe an die Krone gesetzt. Hier wurden aus dem festen weißen Stoff Dreiecke ausgeschnitten und dann zusammen genäht. Ich habe das mit der Hand gemacht, da ich es so besser kontrollieren konnte als mit der Maschine.


Nun wird die letzte Krempe hergezogen, die Nahtzugabe eingeschnitten, umgeklappt und dann links auf links gelegt. Mit einem Saumstich wurde dann alles festgenäht.


Im allerletzten Schritt wird die Nahtzugabe von der Inneren Krempe eingeschnitten, nach innen geklappt und mit einem Saumstich festgenäht.
Sobald man dies gemacht hat ist der Hut fertig. Ich habe drei Tage dafür gebraucht. Und die meiste Zeit mit den Falten gerungen.



Die Falten sehen  so gut aus, es ist so schade, dass sie nicht wirklich sichtbar sind.


Hier mein Outfit von dem Harry Potter Fest auf der Rosenburg. Ich habe den Hut noch mit gelben Blumen geschmückt um mein Haus Hufflepuff zu repräsentieren. Das Kleid habe ich im übrigen auch genäht.



Alles Liebe,

Auris Lothol

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